Klopfakupressur in der Psychotherapie - wie funktioniert das?

Es klingt fast zu schön um wahr zu sein: Man klopft ein wenig an sich herum und schon lösen sich belastende Emotionen wie z.B. Ängste einfach auf, sind einfach weg.
Funktioniert das wirklich? Ist das so einfach? Wo andere jahrelang mit Therapien zubringen?

Zugegeben: Ich selbst habe diese und viele andere Fragen gestellt als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal von der Klopfakupressur gehört habe. Konnte kaum glauben dass das wirklich funktioniert. Bis ich es dann selbst ausprobiert habe...

Wie es genau funktioniert, was während der Klopfakupressur passiert und wie es in der Psychotherapie eingesetzt werden kann, möchte ich dir in diesem Artikel erklären.

Klopfakupressur - die Grundlagen

Die Klopfakupressur hat sich seit den 60er Jahres des vorigen Jahrhunderts entwickelt. Basis ist die aus der östlichen Medizin stammende Lehre von der Lebensenergie, die in Leitbahnen, den sogenannten Meridianen, durch unseren Körper fließt.

Bereits aus der Zeit vor Christi Geburt gibt es Aufzeichnungen aus dem alten China, in denen Heiltechniken beschrieben wurden, indem bestimmte Punkte am Körper, die auf den Meridianen liegen, mit Nadeln stimuliert wurden. Diese Techniken sind heute allgemein als Akupunktur bekannt.

Auch in der westlichen Welt werden in der Heilkunde schon seit mehreren Jahrhunderten bestimmte Punkte am Körper entweder mit Nadeln stimuliert (Akupunktur), aber auch massiert (Akupressur) oder erwärmt (Moxibustion).

Wurde die Akupunktur zunächst nur für körperliche Erkrankungen verwendet, erkannte man seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, dass auch eine Wirksamkeit bei psychischen Beeinträchtigungen gegeben ist.

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Wie die Wirksamkeit der Klopfakupressur "entdeckt" wurde

Der amerikanische Psychotherapeut Dr. Roger J. Callahan schilderte in den 1980er Jahren den Fall einer Patientin, die bei ihm wegen einer starken Wasserphobie in Behandlung war. Trotz einer Behandlung über 18 Monate zeigte sich bei ihr nahezu keine Besserung ihrer starken Angst. Sie war kaum in der Lage, in eine geringfügig gefüllte Badewanne zu steigen. Callahan hatte sich zu dieser Zeit intensiv mit dem Meridiansystem des Menschen beschäftigt weil er hoffte, hierüber einen Zugang zu den oftmals starken körperlichen Symptomen seiner Patienten zu bekommen.

Während einer Therapiesitzung wies ihn seine Patientin darauf hin, dass ihre starke Angst unter anderem auch eine Reaktion in ihrem Magen hervor rufe. Spontan bat Callahan sie, den Punkt Ma2 auf dem Magenmeridian, mittig unter dem Auge auf dem Rand des Wangenbeins, zu beklopfen.

Nach kurzer Zeit sagte die Patientin, dass ihre Wasserphobie verschwunden sei. Sie stand auf und ging zu einem nahe gelegenen Pool, kniete sich dort nieder und begann, sich Wasser ins Gesicht zu spritzen. Da sie nicht schwimmen konnte war Callahan zunächst in Sorge, dass sie in einem Anfall von Selbstüberschätzung ins Wasser springen würde. Dies tat sie jedoch nicht.

Nach dieser vorher eigentlich unvorstellbaren und unerwarteten Reaktion der Patientin begann Callahan dieses Phänomen zu erforschen und entwickelte daraus die Gedankenfeldtherapie (Thougt Field Therapy, "TFT"). Bei dieser Therapie werden bestimmte, vorher kinesiologisch austetestete Meridianpunkte beklopft, während der Patient im Kontakt mit der ihn belastenden Emotion ist.

Diese erste Klopfakupressurtechnik wurde später von mehreren Personen weiterentwickelt. Der Amerikaner Gary Craig, ein Schüler Callahans, vereinfachte die TFT-Technik stark und entwickelte daraus die "Emotional Freedom Techniques", auch kurz "EFT" genannt. Durch die Vereinfachung ist die Technik auch für Laien in der Selbstanwendung nutzbar geworden.

Weitere Methoden der Klopfakupressur, die auf EFT basieren, sind unter anderem die Meridian-Energie-Technik (MET), Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP) sowie Matrix Reimprinting.

In meiner Praxis arbeite ich hauptsächlich mit einer Form der Klopfakupressur, die auf die Emotional Freedom Techniques nach Gary Craig zurückgeht, jedoch mein Verständnis der Technik darstellt. Weiterhin wende ich Matrix Reimprinting an.

Wie genau "funktioniert" die Klopfakupressur?

Zunächst wird der Patient gebeten, sich auf das belastende Gefühl einzustimmen und dessen Stärke auf einer Skala von 0 bis 10 einzuschätzen. Durch die Einstimmung auf das Gefühl wird die zugrunde liegende Energieblockade ins Bewusstsein geholt.

Das anschließende Klopfen auf die Meridianpunkte stimuliert das körpereigene Energiesystem. Das kann manchmal durch ein leichtes Kribbeln in einigen Körperregionen, z.B. in den Händen und Fingern, wahrgenommen werden. Häufig spüren Patienten auch eine während des Klopfens einsetzende deutliche Entspannung. Eventuell beginnen sie herzhaft zu gähnen oder es beginnt im Bauch vernehmlich zu gluckern. All dies sind Zeichen dafür, dass die Klopfakupressur "wirkt", dass Energie ins fließen kommt.

Nach dem Klopfen wird der Patient erneut gebeten die Stärke des Gefühls einzuschätzen. In den meisten Fällen zeigt sich relativ schnell eine deutliche Entlastung. Es wird so lange geklopft, bis das Gefühl für den Patienten nicht mehr spürbar ist.

An die Stelle des belastenden Gefühls tritt nach dem Klopfen meist eine deutliche Erleichterung. Der Energiezustand verbessert sich spürbar.

Klopfakupressur in meiner Praxis

Genau wie oben beschrieben gehe ich auch in der Praxis mit meinen PatientInnen vor:

In einem ausführlichen Gespräch versuchen wir, Anhaltspunkte zu finden, die auf mögliche Ursachen der Beschwerden hindeuten. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Gefühle, die sich während des Gespräches zeigen und die wir direkt mittels der Klopfakupressur befrieden. Oft zeigen sich während des Klopfens neue Aspekte oder Gefühle. Es kommen unter Umständen auch Erinnerungen an vergangene Erlebnisse, in denen diese Gefühle vorherrschend waren, ins Bewusstsein. Stück für Stück arbeiten wir diese neuen Aspekte und Gefühle ab, bis alle neutralisiert sind.

Vergleichbar ist dieses Vorgehen mit dem Häuten einer Zwiebel: Schicht um Schicht wird abgetragen, bis endlich der Kern zutage tritt.

Je nach Problemlage kann sich dieser Prozess über mehrere Sitzungen hinziehen. Eine pauschale Aussage, wie lange so ein Aufarbeitungsprozess dauert, ist kaum möglich. Es kommt immer auf die indivuellen Umstände der PatientInnen an.

Trotzdem erleben die PatientInnen in der Regel nach jeder einzelnen Sitzung eine positive Veränderung, die auch zum Weitermachen motiviert. Dies zeigt sich auch in der eigenen Haltung daran, dass plötzlich Veränderungen für möglich gehalten werden, die man vorher nahezu kategorisch ausgeschlossen hat.

Wie es jetzt weitergeht:

Hast du Lust, die Klopfakupressur und ihre Wirkungsweise einmal bei mir in der Praxis auszuprobieren?

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